Gern müssen wir Leiden erdulden, sind wir doch wie Schilf, das am Flussufer wächst. Schwillt der Fluss, so beugt sich das Schilf und taucht unter, und das Wasser fließt darüber hinweg, ohne es zu verletzen. Hört aber das Hochwasser auf, so richtet sich das Schilf wieder empor und wächst in seiner Kraft fröhlich und erquickt weiter.

Ohne Liebe bleibt Leid Leid. Keiner wird sich freiwillig ans Leid ausliefern, solange ihm der wahre Sinn des Leides verborgen bleibt. Liebe und Leid sind die beiden Seiten einer einzigen Medaille. Die Sinnhaftigkeit der Leiden als unsere Stufenleiter ins bleibende Glück verbirgt sich solange, bis ein inneres Licht den Schleier lüftet. Elisabeth empfindet und beurteilt uns als Schilf, nicht als stolzen Baum. Die demütige Haltung inmitten der Prüfungen und Heimsuchungen des Lebens wird nicht gebrochen von den Stürmen, die im Leben keinem erspart bleiben können. Wer sich geschmeidig wie Schilf biegen und beugen lässt, überlebt den Sturm und zieht aus der Belastung neue Lebenskraft.